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Forschungsprojekt


"Zur Repräsentanz von Politikern mit NS-Vergangenheit in der Österreichischen Volkspartei 1945-1980“

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Leopold Figl und das Jahr 1945

Helmut Wohnout

  Jahrbuch Demokratie und Geschichte

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75 Jahre Rosenkranzfest


 

Jahrbuch

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Opferdatenbank

Mit der online abrufbaren Opferdatenbank, entstanden aus einem gemeinsamen Forschungsprojekt des Dokumentationsarchivs des österreichischen Widerstandes (DÖW) und des Karl von Vogelsang-Instituts, werden die Namen von rund 8.000 getöteten Männern und Frauen, die während der NS-Zeit zu Opfern der politischen Verfolgung wurden, erstmals dokumentiert und der Forschung zugänglich gemacht. Weiterlesen>>

Leopold Figl - Für Österreich

 
 

Verleihung des Karl von Vogelsang-Staatspreises 2018
Der Karl von Vogelsang-Staatspreis für Geschichte und Gesellschaftswissenschaften wurde in diesem Jahr an den US-Historiker John Deak verliehen. Er erhielt die vom Wissenschaftsministerium vergebene, mit 7.500 Euro dotierte Ehrung für sein Buch "Forging a Multi-National State: State Making in Imperial Austria from the Enlightenment to the First World War". Der Preis wurde am Freitag, 13. April 2018 feierlich im Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung übergeben.

John Deak ist Professor an der Universität Notre Dame im US-Bundesstaat Indiana. Familiär hat er ungarische und polnische Wurzeln. Für sein Buch analysierte er die Struktur und Praxis der österreichischen öffentlichen Verwaltung in der k.u.k. Monarchie. Diese prägte nicht nur den Charakter des habsburgischen Kaiserreiches und seiner Völker, sondern hatte auch Einfluss auf die Gründung der Nachfolgestaaten, heißt es in der Begründung der Jury.

"Dabei vertrat er anders als viele seiner Kollegen die These, dass der Untergang der Habsburgermonarchie bis zum Ausbruch des Ersten Weltkrieges alles andere als vorgezeichnet war", sagte der Geschäftsführer des Vogelsang-Instituts Helmut Wohnout der APA. Vielmehr sei das Vielvölkerreich ein Staat gewesen, der sich ohne Krieg gut zu einem modernen Staat hätte entwickeln können, so der Tenor der Publikation. Deak erarbeitete seine Doktorarbeit, die er in überarbeiteter Version als Buch publizierte, an der University of Chicago. Dort war er Schüler des über Österreich forschenden Historikers John Boyer.

Prof. James Shedel wies in seiner Laudatio darauf hin, dass kein erfolgreicher Staat ohne einer klar strukturierten Bürokratie möglich ist. Im Falle der österreichischen Bürokratie wäre der Charakter der Verwaltung generell bis 1914 mit dem Charakter des Staates ident gewesen. Prof. Shedel hob weiters hervor, dass die österreichische Bürokratie ein bestimmendes Instrument der Aufklärung war. Erst dadurch konnte ein Glaube an die Gerechtigkeit des Staates vermittelt werden.
Der Karl von Vogelsang-Förderpreis ging dieses Jahr an den steirischen Historiker Georg Hoffmann, Kurator am Haus der Geschichte Österreich mit Forschungsschwerpunkten Holocaust, NS-Täterschaft sowie Sozialgeschichte der Gewalt und Erinnerung und Gedächtnis im österreichischen, ungarischen und amerikanischen Kontext. Seine ausgezeichnete Publikation „Fliegerlynchjustiz. Gewalt gegen abgeschossene Alliierte Flugzeugbesatzungen 1943-1945“, bearbeitete einen bis heute weitgehend kaum beachteten Verbrechenskomplex der NS-Herrschaft in Österreich. Seine Arbeit hat dazu beigetragen, dass die Geschichte von vielen zwischen 1943 und 1945 abgestürzten, verschollenen und gelynchten Alliierten Piloten aufgeklärt und ihren Familien späte Gewissheit verschafft werden konnte. Der Laudator des Förderpreises, Prof. Dieter A. Binder, betonte, dass die Arbeit Hoffmanns wesentlich das öffentliche Bewusstsein im Hinblick auf diesen Aspekt des Krieges verändert hätte.

An der Preisverleihung im Festsaal des Ministeriums im Palais Harrach nahmen mehr als 100 Personen teil.

Von links: Laudator Prof. James Shedel (Georgetown-University), Geschäftsführer Doz. Dr. Helmut Wohnout, Karen und John Deak, stellvertr. Vorsitzender des KvVI, Prof. Dieter A. Binder (Universität Graz und Andrassy Universität Budapest)


 
Begrüßung durch Doz. Dr. Gerhard Pfeisinger seitens des BMBWF.
 
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Neuerscheinung

Auf der Suche nach Identität
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