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Leopold Figl und das Jahr 1945

Helmut Wohnout

  Jahrbuch Demokratie und Geschichte

 Erscheint am 30. April 2015.

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75 Jahre Rosenkranzfest


 

Jahrbuch

Jahrbuch Demokratie und Geschichte

Opferdatenbank

Mit der online abrufbaren Opferdatenbank, entstanden aus einem gemeinsamen Forschungsprojekt des Dokumentationsarchivs des österreichischen Widerstandes (DÖW) und des Karl von Vogelsang-Instituts, werden die Namen von rund 8.000 getöteten Männern und Frauen, die während der NS-Zeit zu Opfern der politischen Verfolgung wurden, erstmals dokumentiert und der Forschung zugänglich gemacht. Weiterlesen>>

Leopold Figl - Für Österreich

 
 

Karl von Vogelsang

Karl  (Freiherr von) Vogelsang wurde am 3. September 1818 in Liegnitz (heute Legnica, Polen) geboren. Er studierte in Bonn, Rostock und Berlin Rechts- und Staatswissenschaften und trat dann in den preußischen Staatsdienst ein. Nach der Märzrevolution 1848 erbte er ein landwirtschaftliches Gut nahe Rostock, Mecklenburg und wurde dort zum ritterlichen Amtsdeputierten in die mecklenburgische Ständevertretung gewählt.

Er lernte in Berlin den Domprobst der größten katholischen Kirche Berlins, der St. Hedwigs-Kathedrale und späteren Mainzer Bischof Wilhelm Emmanuel von Ketteler kennen. Bald darauf fasste er den Entschluss vom Protestantismus zum Katholizismus zu konvertieren. Er beschäftigte sich seit dieser Zeit als Publizist mit aktuellen religiösen Fragen und dem Problem einer gerechten sozialen Gesellschaft.

Im Jahre 1864 kam er mit seiner Familie nach Österreich, wo er wieder mit schriftstellerischer Tätigkeit hervortrat. Er wurde 1875 Redakteur der Wiener katholisch-konservativen Zeitung "Das Vaterland", 1878 gründete er die „Österreichische Monatsschrift für Gesellschaftswissenschaft und Volkswirtschaft“, die sich später „Monatsschrift für christliche Sozialreform“ nannte. Durch diese Artikel und vor allem durch seine Schrift „Die materielle Lage des Arbeiterstandes in Österreich“ löste Vogelsang eine christlich-soziale Volks- und Reformbewegung mit der Forderung nach sozialen Reformen aus, welche dazu führte, dass unter der Regierung von Eduard Graf Taaffe gegen den Widerstand der liberalen Partei eine Reihe von Sozialgesetzen beschlossen wurden: Arbeitszeitbegrenzung, Sonntagsruhe, Unfall- und Krankenversicherung und das Genossenschaftsgesetz. Diese galten teilweise als vorbildlich in Europa und bildeten die Grundlage der österreichischen Sozialgesetzgebung.
Vogelsang organisierte ab 1888/89 einen Diskussionskreis für Sozialreformer, bekannt geworden als die „Entenabende“ und koordinierte die internationale Kooperation der Sozialreformer bei einer Tagung in Haid (heute Bor, Tschechische Republik). Vogelsang gilt als der geistige Begründer der „Christlichsozialen Bewegung“, aus der 1893 die Christlichsoziale Partei hervorging. Seine Ideen beeinflussten den späteren Wiener Bürgermeister Karl Lueger, den Programmatiker der jungen Christlichsozialen Partei Franz Martin Schindler und Prinz Aloys von Liechtenstein. Scheinbar widersprüchlich vertrat er gewisse Ideen des Marxismus, wie die Ablehnung von freien  Kapital und Freihandel. Durch seine bedeutende Tätigkeit in der „Union de Fribourg“ regte er auch die Enzyklika Rerum Novarum an, welche 1891, ein Jahr nach seinem Tod in Wien, von Papst Leo XIII. herausgegeben wurde.

 

 

Call for Papers

Civitas Conference, October 2017/Milano
„Christian Democracy and Labour after World War II“

Neuerscheinung

Auf der Suche nach Identität
Festschrift für Dieter Anton Binder
 
 
Georg Kastner, Ursula Mindler-Steiner, Helmut Wohnout (Hg.)
ISBN 978-3-643-50674-0
 
 
 Parteien und Gesellschaft im Ersten Weltkrieg
 
 
MARIA MESNER, ROBERT KRIECHBAUMER, MICHAELA MAIER,HELMUT WOHNOUT (HG.)
 ISBN 978-3-205-79620-6
 
Mitgestalter Europas
Transnationalismus und Parteiennetzwerke europäischer Christdemokraten und Konservativer in historischer Erfahrung

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ISBN 978-3-944015-34-7