| Julius Raab |
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Geb. 29. November 1891 in St. Pölten (NÖ) Der Sohn eines Baumeisters besuchte das Stiftsgymnasium Seitenstetten, danach studierte er Hochbau an der Technischen Hochschule in Wien, wo er auch dem Cartellverband (CV) beitrat. Im Ersten Weltkrieg diente er bis 1918 an der Südfront und setzte nach dem Krieg sein Studium fort, trat aber gleichzeitig in die väterliche Firma ein. Daneben wurde Raab politisch aktiv und zog 1927 für die Christlichsozialen in den Nationalrat ein. In der Heimwehr stieg Raab rasch zum nö. Landesführer auf. Nach der innenpolitischen Radikalisierung trat er aber als Landesleiter zurück und konzentrierte sich nunmehr auf den Aufbau der neuen Handelskammer. Im Februar 1938 ernannte ihn Bundeskanzler Schuschnigg für wenige Wochen zum Handelsminister. Von den Nationalsozialisten nach dem „Anschuss“ in NÖ mit Berufsverbot belegt, kam Raab in Wien in einer Baufirma unter, wo später dann auch Leopold Figl Arbeit fand. Unmittelbar nach Kriegsende 1945 engagierte sich Raab neuerlich politisch, war Mitbegründer der Österreichischen Volkspartei und gründete den Wirtschaftsbund. Als Präsident der Bundeskammer der gewerblichen Wirtschaft trug er ab 1947 gemeinsam mit dem ÖGB-Präsidenten Johann Böhm wesentlich zur Etablierung der Sozialpartnerschaft bei. Nach seinem Rücktritt als Bundeskanzler 1961 übernahm Raab erneut die Präsidentschaft der Bundeskammer der gewerblichen Wirtschaft, zog aber über längere Zeit weiterhin in der ÖVP alle politischen Fäden. 1963 fand sich der schon schwerkranke Raab bereit, für seine Partei als Bundespräsidentschaftskandidat in den Wahlkampf zu ziehen. |
