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Leopold Figl und das Jahr 1945

Helmut Wohnout

  Jahrbuch Demokratie und Geschichte

 Erscheint am 30. April 2015.

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75 Jahre Rosenkranzfest


 

Jahrbuch

Jahrbuch Demokratie und Geschichte

Opferdatenbank

Mit der online abrufbaren Opferdatenbank, entstanden aus einem gemeinsamen Forschungsprojekt des Dokumentationsarchivs des österreichischen Widerstandes (DÖW) und des Karl von Vogelsang-Instituts, werden die Namen von rund 8.000 getöteten Männern und Frauen, die während der NS-Zeit zu Opfern der politischen Verfolgung wurden, erstmals dokumentiert und der Forschung zugänglich gemacht. Weiterlesen>>

Leopold Figl - Für Österreich

 
 

Julius Raab
Geb. 29. November 1891 in St. Pölten (NÖ)

Gest. 8. Jänner 1964 in Wien, Baumeister und Politiker

Der Sohn eines Baumeisters besuchte das Stiftsgymnasium Seitenstetten, danach studierte er Hochbau an der Technischen Hochschule in Wien, wo er auch dem Cartellverband (CV) beitrat. Im Ersten Weltkrieg diente er bis 1918 an der Südfront und setzte nach dem Krieg sein Studium fort, trat aber gleichzeitig in die väterliche Firma ein. Daneben wurde Raab politisch aktiv und zog 1927 für die Christlichsozialen in den Nationalrat ein. In der Heimwehr stieg Raab rasch zum nö. Landesführer auf. Nach der innenpolitischen Radikalisierung trat er aber als Landesleiter zurück und konzentrierte sich nunmehr auf den Aufbau des unter seiner Führung stehenden Österreichischen Gewerbebundes. Im Februar 1938 ernannte ihn Bundeskanzler Schuschnigg für wenige Wochen zum Handelsminister. Von den Nationalsozialisten nach dem „Anschluss“ in NÖ mit Gau- und Berufsverbot belegt, betätigte sich Raab in Wien in der von ihm mitgegründeten  Straßenbaufirma Kohlmayer, wo später dann auch Leopold Figl Arbeit fand.

Unmittelbar nach Kriegsende 1945 engagierte sich Raab neuerlich politisch, war Mitbegründer der Österreichischen Volkspartei und gründete den Wirtschaftsbund. Er wurde im Herbst 1945 Klubobmann der ÖVP im Parlament und Landesparteiobmann der niederösterreichischen ÖVP; 1951 wurde er zum Geschäftsführenden Bundesparteiobmann der ÖVP bestellt und beim Parteitag 1952 zum Bundesparteiobmann gewählt.

Als Präsident der Bundeskammer der Gewerblichen Wirtschaft trug er ab 1947 gemeinsam mit dem ÖGB-Präsidenten Johann Böhm wesentlich zur Etablierung der Sozialpartnerschaft bei.

1953 schließlich löste er Figl als Bundeskanzler ab und stellte wirtschaftspolitisch mit Finanzminister Reinhard Kamitz entscheidende Weichen für den Wiederaufbau und Wohlstand Österreichs. Den ins Stocken geratenen Staatsvertragsverhandlungen gab er neuen Schwung, indem er den Gedanken einer militärischen Neutralität ins Spiel brachte. Nach der Rückkehr von der entscheidenden Verhandlung in Moskau konnte Raab im April 1955 den Durchbruch bekannt geben. Ein Monat danach wurde der Staatsvertrag in Wien unterzeichnet.

Nach seinem Rücktritt als Bundeskanzler 1961 übernahm Raab erneut die Präsidentschaft der Bundeskammer der gewerblichen Wirtschaft, zog aber über längere Zeit weiterhin in der ÖVP alle politischen Fäden. 1963 fand sich der schon schwerkranke Raab bereit, für seine Partei als Bundespräsidentschaftskandidat in den Wahlkampf zu ziehen.
 

Call for Papers

Civitas Conference, October 2017/Milano
„Christian Democracy and Labour after World War II“

Neuerscheinung

Auf der Suche nach Identität
Festschrift für Dieter Anton Binder
 
 
Georg Kastner, Ursula Mindler-Steiner, Helmut Wohnout (Hg.)
ISBN 978-3-643-50674-0
 
 
 Parteien und Gesellschaft im Ersten Weltkrieg
 
 
MARIA MESNER, ROBERT KRIECHBAUMER, MICHAELA MAIER,HELMUT WOHNOUT (HG.)
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Mitgestalter Europas
Transnationalismus und Parteiennetzwerke europäischer Christdemokraten und Konservativer in historischer Erfahrung

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