| Alois Mock |
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Der 1934 in Niederösterreich geborene Mock suchte von Beginn seiner beruflichen Laufbahn an die Nähe zur Politik und politischen Entscheidungsprozessen. Nach Abschluss des Jusstudiums arbeitete er im Bundesministerium für Unterricht. Anfang der sechziger Jahre übersiedelte er in das Bundeskanzleramt, was bereits zum damaligen Zeitpunkt, in Hinblick auf Mocks persönliches Engagement in außenpolitischen Fragen, eine gute Entscheidung darstellte. Von dort wurde Mock 1962 für knapp vier Jahre an die österreichische Botschaft bei der OECD in Paris geholt. Bei der OECD, der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, konnte Alois Mock wertvolle wirtschaftspolitische Erfahrungen für seine spätere Politikertätigkeit in Österreich sammeln. Mock wurde Mitte der sechziger Jahre im Sekretariat von Bundeskanzler Josef Klaus als Nachfolger von Franz Karasek Kabinettschef. Hier war es Mock möglich, den beinahe asketischen und immer verantwortungs- und pflichtbewussten Führungsstil von Klaus aus nächster Nähe zu verfolgen. Als 1969 Unterrichtsminister Piffl-Percevic in der Frage des neunten Schuljahres die Parteilinie nicht mehr mittragen konnte und demissionierte, folgte ihm Mock als neuer Unterrichtsminister nach. Mock, zum damaligen Zeitpunkt erst 35 Jahre alt, gelang es in den folgenden Monaten eine großangelegte Schulreform zumindest einzuleiten. Hatte Mock in den sechziger Jahren, also am Beginn seiner politischen Karriere immer das Glück, mit vielen Vorschusslorbeeren in eine neue Funktion berufen zu werden, so wandte sich in den siebziger Jahren das Blatt für die Volkspartei. Mit den Nationalratswahlen 1970 begann für die ÖVP eine 16-jährige Oppositionszeit. Mock wurde ÖAAB-Obmann. 1978 Klubobmann des ÖVP-Parlamentsklubs und 1979 als Nachfolger von Josef Taus Bundesparteiobmann der ÖVP. Daneben war er Präsident der Europäischen Demokratischen Union (EDU) und der Internationalen Demokratischen Union (IDU). 1983 gelang es ihm die absolute Mehrheit der SPÖ zu brechen, 1986 verfehlte er die relative Mehrheit knapp. 1987 gelang Mock der neuerliche Sprung in die Bundesregierung, in der er nun den Platz des Außenministers einnahm und ihn in die Lage versetzte, sein diplomatisches Geschick und seine Erfahrungen im internationalen Bereich umzusetzen. Von 1987 bis 1989 übernahm Alois Mock als Vizekanzler zusätzliche Verantwortungsbereiche innerhalb der Regierung. Als Außenminister machte er sich besonders um die Integration Österreichs in der Europäischen Union und um die Anerkennung der neu entstandenen Staaten nach dem Zusammenbruch Jugoslawiens verdient. Als überzeugter Europäer sah Mock in dem Beitritt Österreichs zur Europäischen Gemeinschaft (Europäischen Union) auf jeden Fall sein Lebenswerk verwirklicht und Mocks Name wird untrennbar mit der europäischen Einigung und Österreichs Beitritt verbunden bleiben. Als weitere Initiativen und Erfolge Mocks in der Außenpolitik sind die endgültige Streitbeilegung mit Italien und die regelmäßigen Kontakte mit Reformkräften in Mittel- und Ostmitteleuropa zu nennen. Aufgrund seines Gesundheitszustandes, der durch eine schwere Krankheit hervorgerufen wurde, musste sich Alois Mock seit Mitte der neunziger Jahre kontinuierlich aus fast allen verantwortlichen und arbeitsintensiven politischen Positionen zurückziehen. |


